News – TARGET2: In die Zukunft mit ISO20022

TARGET2 Kosolidierung

Das Eurosystem hat entschieden, die im TARGET2-Zahlungsverkehr verwendeten SWIFT-Nachrichten (MT-Nachrichten) durch XML-basierte MX-Nachrichten zu ersetzen. Im Rahmen dieser TARGET2 Konsolidierung durch ISO-20022-konforme MX-Nachrichten ist die finale Umstellung zum 20. November 2022 geplant.

Lange Zeit war der Zahlungsverkehr von proprietären oder lokal vereinbaren Datenformaten, wie in Deutschland das DTAUS-Format, gekennzeichnet. Eine Interoperabilität der Systeme war nicht gewährleistet, so dass zum grenzüberschreitenden Zahlungsaustausch Konvertierungen erfolgen mussten. Damit verbunden war häufig auch ein Datenverlust.

target2 Konsolidierung, MX-Formate, SWIFT

Mit der Erschaffung des einheitlichen EURO-Zahlungsverkehrsraum (SEPASingle Euro Payments Area) wurde eine grenzüberschreitende Normierung der Daten erforderlich. Dazu wurde die ISO 20022 erstellt. Die ISO 20022 basiert auf der XML-Syntax und wird auch als UNIFI (UNIversal Financial Industry message scheme) bezeichnet. Erstmalig wurden sowohl die Interbank- als auch die Kunde-Bank-Schnittstelle vorgegeben. Ein großer Schritt in die Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs wurde so geschaffen.

Stufenweise wurde der europäische Massenzahlungsverkehr umgestellt. Dies schloss auch nationale Systeme wie das deutsche Scheckabrechnungsverfahren mit ein. Individualzahlungssysteme blieben bei der SEPA zunächst außen vor.

Mit T2S (TARGET2-Securities) wurde 2015 durch die EZB ein europaweites Abwicklungssystem für Wertpapier eingeführt, welches von Anfang an auf den ISO 20022-Standard aufgesetzt wurde.

Im Rahmen der Weiterentwicklung steht im November 2022 (s. Veröffentlichung der EZB vom 31.07.2019) die Konsolidierung von TARGET2 und TARGET2-Securities bevor. Die Inbetriebnahme soll dabei als „Big Bang“, also ohne eine Übergangsfrist erfolgen.

Auswirkungen auf die Teilnehmer:

Die geplante Konsolidierung hat nach einschlägiger Meinung den gleichen Umfang wie seinerzeit die EURO- oder SEPA-Einführung. Somit ist eine stringente und umfassende Projektierung erforderlich.

Dabei gibt es zwei Strategien, die für die Umsetzung in Betracht kommen:

Konvertierung

Die bisherige Systemlandschaft bleibt bestehen und die relevanten Daten werden auf dem Weg zwischen den Systemen an einer und/oder mehreren Stellen konvertiert.

Hier können die aktuellen Systeme weitgehend unverändert bestehen bleiben. Lediglich an den Konvertern müssen Anpassungen vorgenommen werden.

Auf den ersten Blick ist diese Vorgehensweise sehr attraktiv. Bei genauer Betrachtung ergeben sich hier jedoch, insbesondere bei Weiterentwicklung der Schnittstellen und Prozessintegration, auf Dauer erhebliche Nachteile:

  • fehlende Standardisierung
  • keine STP (straight trough processing) Verarbeitung möglich
  • individuelle Anpassung aller Schnittstellen bei prozessualen, rechtlichen und regulatorischen Änderungen
  • Bindung von personellen Ressourcen mit spezifischen Kenntnissen zu Systemen und Systemlandschaft
Migration

Die bestehenden Systeme werden an den aktuellen Standard angepasst. Die Verarbeitung der Daten ist somit als echter STP-Vorgang möglich.

Sofern dieser Schritt bisher nicht gemacht wurde, entsteht hier als erstes ein größerer Aufwand als bei der Konvertierungslösung. Dafür wird hier für die Zukunft eine moderne und anpassungsfähige Landschaft geschaffen:

  • Standardisierte Schnittstellen
  • STP-Fähigkeit über alle Prozessebenen
  • Optimierte Nutzung der vorhandenen Ressourcen
  • Support durch externe Spezialisten in Standardprozessen
Der alseda Service:

Die alseda Consulting unterstützt und begleitet Sie aktiv durch alle Phasen der ISO-20022-Migration und Konsolidierung. Sprechen Sie uns an.

Folgende Services bieten wir Ihnen:

  • Workshops zum Thema Target2-Konsolidierung
  • Vorstudien mit MT/MX-Mapping und der alseda Umstellungs-Checkliste
  • Machbarkeitsanalysen
  • Projektkoordination
  • Durchführung der Migration
  • Testfallerstellung und Testdurchführung
Produkte:

Konvertierungs-Service MT2MX

Dieses Produkt wird als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten in der SAP Cloud. Dazu werden über eine API angelieferte MT-Formate in MX-Formate umgewandelt und ankommende MX-Formate in MT-Formate zurückgewandelt. Eine Umstellung bei den Bestandssystemen ist dadurch nicht erforderlich.

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