Digitaler Euro (CBDC) vs. Euro-Stablecoins
Im Dezember 2025 ist die DZ Bank als elftes Institut dem europäischen Bankenkonsortium Qivalis beigetreten. Damit reiht sich das Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe in eine Runde namhafter Banken ein, zu der bereits ING, DekaBank, UniCredit, BNP Paribas, CaixaBank, Danske Bank, KBC, Raiffeisen Bank International, SEB und Banca Sella zählen.
Qivalis hat sich zum Ziel gesetzt, einen Euro-Stablecoin zu emittieren, der unter der Aufsicht der niederländischen Zentralbank als E-Geld-Institut stehen soll. Der Marktstart ist für Mitte 2026 geplant. Das Einsatzspektrum ist breit gefächert und reicht von 7×24-Echtzeitzahlungen über programmierbare Zahlungs- und Geschäftsprozesse bis hin zu Lieferkettenabwicklung und der Tokenisierung von Vermögenswerten (z. B. NFTs).
Im Unterschied zu bereits existierenden Euro-Stablecoins kleinerer FinTechs bringen die beteiligten Großbanken vor allem eines mit: Vertrauen und Marktrelevanz. Genau das könnte für eine breite Akzeptanz bei Unternehmen und institutionellen Nutzern entscheidend sein.
Brauchen wir noch einen Euro-Stablecoin? Schließlich soll der digitale Euro kommen.
Stablecoins sind, ebenso wie Kryptowährungen, die natürlichen Wettbewerber eines digitalen Euros. Ob und wann dieser überhaupt eingeführt wird, ist weiterhin offen. Unabhängig davon hat sich das ursprüngliche Konzept des digitalen Euros seit seiner Ankündigung deutlich verändert – und zwar nicht zum Positiven.
Was als sinnvolle Ergänzung des bestehenden Geldsystems begann, ist im Laufe zahlreicher Abstimmungsrunden und Eingriffe von EU-Bürokraten zunehmend zu einem gefährlichen und hochkontrollierten Konstrukt geworden. Befürchtungen, die anfangs nur von pessimistischen Kritikern geäußert wurden, nehmen mittlerweile reale Formen an.
Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, droht mit dem digitalen Euro ein massiver Markteingriff der Europäischen Zentralbank (EZB), der von umfassender Regulierung und weitreichenden Kontrollmechanismen für Transaktionen begleitet wird.
Vor diesem Hintergrund stellt ein Euro-Stablecoin eine marktwirtschaftlichere Alternative dar. Die starke Regulierung durch die EZB konnte die Herausgabe von Euro-Stablecoins bislang nicht verhindern. Dadurch eröffnen sich neue Handlungsspielräume für Unternehmen und Nutzer.
Warnungen vor Stablecoins – und was dahinter steckt
Offizielle Stellen warnen regelmäßig vor den vermeintlichen Risiken von Stablecoins und verweisen dabei auf mögliche Gefahren für die europäische Währungsstabilität – eine Einschätzung, die in Teilen der Berichterstattung häufig unkritisch übernommen wird.
Bei genauerer Betrachtung spiegeln diese Warnungen jedoch vor allem die strukturellen Schwächen des dysfunktionalen Euro-Währungssystems wider, das wiederholt für Staatsfinanzierungen instrumentalisiert wurde.
Stablecoins und Kryptowährungen schaffen hier echte Alternativen. Sie ermöglichen es, sich dem Euro-Währungssystem – und perspektivisch auch einem hochregulierten digitalen Euro – zumindest teilweise zu entziehen.
alseda Consulting unterstützt ihre Kunden sowohl fachlich als auch IT-technisch dabei, die Kosten- und Funktionsvorteile von Stablecoins und Kryptowährungen gezielt zu nutzen.
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